Zigarettenwerbung verharmlost Gefahr

Zum Thema Werbeverbot für Tabakwaren: Unsere Klasse hat erfahren, dass die Bundesregierung die Einführung eines generellen Werbeverbots für Tabakwaren ablehnt, wie es ein EU-Gesetz vorsieht. Dies finden wir aus verschiedenen Gründen nicht richtig. Wenn es keine Zigarettenwerbung in der deutschen Öffentlichkeit mehr gibt, dann fällt es ehemaligen Rauchern leichter, abstinent zu bleiben, weil sie nicht ständig auf das Rauchen aufmerksam gemacht werden.

Ein weiterer Grund, warum wir gegen Werbung für Zigaretten sind, ist, dass Tabakwaren in der öffentlichen Wahrnehmung als ein ganz „normaler Konsumartikel” erscheinen, wenn überall für das Rauchen geworben werden darf. Wenn aber Zigarettenwerbung nicht nur wie jetzt in Rundfunk und Fernsehen fehlt, sondern auch an Litfasssäulen, Plakatwänden, in Zeitungen, Zeitschriften, an Stadionbanden oder im Kino, wird den Verbrauchern klar, dass Zigaretten ein abhängig machendes, gesundheitsschädliches Genussmittel sind. Werbung verheimlicht oder verharmlost die Gefahren, die das Rauchen mit sich bringt. Zigarettenwerbung zeigt nämlich häufig junge, fröhliche, schöne bis erotische Menschen, die Spaß haben, oder gesunde, dynamische ältere Menschen, die vor Lebenskraft strotzen. Sie zeigt nie Gefahren und Folgen des Rauchens wie verschiedene Krebsarten, Raucherbeine, Raucherlungen, Herzinfarktpatienten, Abhängige...

Besonders bedenklich finden wir, dass Zigarettenwerbung hauptsächlich an junge Menschen gerichtet ist, die ausnehmend leicht zu verführen sind, weil sie die möglichen Gefahren falsch einschätzen, viel auf die öffentliche Meinung und das Verhalten der Clique geben. Die Werbung von John Player Special z. B. setzt zurzeit auf Bilder, die Zigaretten neben Gemeinschaftsspielen zeigen. So legen die Firmen den Jugendlichen nahe, dass Spielen und Rauchen gemeinsam mit Freunden enormen Spaß macht.

Aus all diesen Gründen fänden wir es besser, wenn die Bundesregierung die EU-Vorgabe eines generellen Werbeverbots auch in Deutschland umsetzen würde.

Klasse 08B, Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt