"Warum können Sie eigentlich so gut Bayerisch?"

Kabarettist Django Asül steht Schülern des Chistoph-Scheiner-Gymnasiums Rede und Antwort

Ingolstadt (DK) „Ich hab auf der Bühne keinen höheren Puls, als wenn ich hier bei euch sitze oder am Frühstückstisch.“ Das erzählt der Kabarettist Django Asül lachend auf die Frage eines Schülers der Klasse 11c des Christoph-Scheiner-Gymnasiums, wie er denn mit Bühnenangst umgehe. Am Sonntagabend hatten die Schüler den Künstler noch auf der Bühne des Theater-Festsaales bei seiner Show mit dem Titel „Fragil“ gesehen. Am Montagmorgen saß der in Deggendorf geborene türkische Kabarettist dann mit ihnen auf der Schulbank – und ließ sich geduldig ausfragen.

Und auch auf die Frage, ob er vor einem Auftritt nicht aufgeregt sei, antwortet er gewohnt locker. „Ich saß bis zehn Minuten vor der Show noch an der Abendkasse und hab mir die Leute angeschaut. Ich freue mich immer wie ein kleines Kind auf den Auftritt.“ 

Asüls Humor kommt an bei den Schülern, auch wenn der gar nicht so kindisch ist. „Die Witze beim Auftritt waren teilweise schon ganz schon hart“, erzählt der Schüler Andreas Härdl. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden habe er bei der Show am Vorabend aber auch öfters gelacht, so der 16-Jährige. Trotz hohen Unterhaltungswerts war Mitdenken angesagt. „Man muss schon über politische Themen informiert sein, sonst kann man da nicht mitlachen“, sagt der 16-jährige David Kirsan. Dennoch haben ihm am besten Asüls Witze über den FC Ingolstadt gefallen. „Man kann sich einfach gut mit ihm identifizieren, weil er selbst bayrisch redet und sich hier gut auskennt“, so der Schüler. 

„Achten Sie bei Ihren Auftritten auf den Unterschied zwischen Kabarett und Comedy“, fragt ein Schüler Asül im Klassenzimmer. Der Künstler zuckt mit den Schultern und sagt: „Erklär du mir doch mal den Unterschied!“ Doch die Schüler haben sich mit ihrem Lehrer Jochen Krenz gut vorbereitet. Während Kabarett eher politisch und nachdenklich sei, ginge es bei Comedy nur um den Witz, meint der Schüler. „Es ist aber gar nicht so leicht eine Trennlinie zwischen Lustigem und Politischem zu ziehen“, gibt Asül zu bedenken. Schließlich habe die Politik auch viele komische Momente. „Also ich lese lieber die Nachrichtenseiten in der Zeitung als die Witze in der Bild am Sonntag“, so Asül. 

„Und was macht man, wenn ein Gag mal völlig anders rüber kommt als geplant“, will der Nächste wissen. Geplant sei schon mal gar nichts, antwortet Asül darauf. „Aber wenn ein Spruch mal nicht zündet, liegt es oft an der fehlenden Intensität, mit der er erzählt wird. Die Herausforderung ist es nicht, das Programm auswendig zu lernen, sondern die Sachen lebendig zu erzählen.“

Eine Frage brennt den Schülern zum Schluss noch auf den Nägeln. „Warum können Sie eigentlich so gut Bayerisch, wenn Sie Türke sind“ Asül überlegt kurz. „Ich hatte einfach immer viel mehr Kontakt zu Einheimischen, da wurde Bayrisch meine Muttersprache. Selbst wenn ich heute Türkisch rede, habe ich da einen bayerischen Akzent drin.“ 

Nach dem Gespräch mit Asül konnten die Schüler noch Fragen an Walter Haber, den Inhaber der Kleinkunstbühne „Neue Welt“, stellen. In den nächsten Wochen werden die Schüler außerdem einen Schaukasten zum Thema Kabarett gestalten. „Vielleicht“, so Lehrer Krenz, „will der eine oder die andere sich ja auch mal selber an einem Solo-Stück im Kabarett versuchen.“ 

Von Jessica Schober