Unermüdlich schöpferisch

Klaus W. Sporer wurde von Oberbürgermeister Alfred Lehmann mit dem Kunstpreis 2008 geehrt

Von Karin Derstroff

Ingolstadt (DK) Er sei, sagt Oberbürgermeister Alfred Lehmann als persönliche Anmerkung zum Schluss, „aktiv aus vollster Überzeugung dafür eingetreten, dass Klaus W. Sporer diesen Preis erhält”. Weil „über die künstlerische Leistung hinaus auch die Persönlichkeit, der Mensch Klaus Sporer ihn verdient”. In der Theatergalerie, wo der 70-jährige Maler, Musiker, Komponist und Lyriker anschließend vor 150 Gästen den „Kunstpreis 2008” aus der Hand des OB entgegennahm, zeigte er wenig später prompt zu diesem Anlass vielleicht unerwartete Facetten dieser Persönlichkeit: Unsentimentalität, Selbstironie und die Fähigkeit zu pointierter Kürze.

In seiner kleinen Dankesrede „Die frühen Jahre” nämlich tupfte das Multitalent lediglich ein paar amüsante Anekdoten in die Luft, vom ersten Geigenunterricht beim strengen Mitbewohner („Ich hasste das Geigenspielen!”) über das Studium der Bela-Bartok-Duos zusammen mit Mitschüler Paul Hennevogel auf dem Klo, (gute Akustik!), den Modellierunterricht bei Franz Rindfleisch (bitte der Ehefrau die matschreiche Materialbeschaffung verheimlichen!), das Malen mit Pius Eichlinger in der Provence (Erkenntnis: Leinwände sind festzuzurren bei Wind) bis zum Zuhören bei einem Barenboim-Konzert, wo der kulturelle Feingeist von einer Dame „in Wagner-Kluft” vor ihm strengstens zurechtgewiesen wurde. Und schaffte es mit diesen Blitzlichtern, nicht nur seine Gefährten und Vorbilder, diese späteren Professoren, renommierten Musiker oder ebenfalls Kunstpreisträger, zu ehren, sondern auch im Kopf der amüsierten Gäste ein ganzes Sporersches Gemälde seiner Vielfältigkeit entstehen zu lassen. Wobei die neuen Bilder der Ausstellung an den Wänden und die Uraufführung des „Duos für Klavier 4 händig” durch Tomoko Sato und Yukihiro Shiotsubo jenes Bild bestens komplettierten.

Sporers „komplettes” Schaffen, als Künstler oder als Impulse setzender Kulturförderer, ist es auch, das ihm den mit 6000 Euro dotierten Preis bescherte. Unzählige Einzelausstellungen zu seinem malerischen Werk, über 30 Kompositionen, Klavierzyklen ebenso wie Cellosuiten sowie acht Lyrikbände gehören zum Werkkonvolut des Musiklehrers in Ruhestand, der Konzertmeister des Ingolstädter Kammerorchesters ist und sich als Gründungsmitglied etwa der Simon-Mayr-Gesellschaft, der Städtischen Sing- und Musikschule oder der Theatergemeinde für das städtische Kulturleben engagierte.

Ausschlaggebend für die Zuerkennung des Preises aber auch: Die bei aller Vielfalt tragende Authentizität des künstlerischen Schaffens; dieses sei „Ausdruck der Erkenntnis, dass in den verschiedenen Kunstformen identische Gestaltungsprinzipien wirksam sind” würdigte der Stadtrat 2008. Wie Musik, Malerei, Lyrik Sporers tatsächlich Dreiklang sind, denselben Geist von Rhythmus, Inhalt, Ausdruck atmen, verdeutlichte Kulturreferent Gabriel Engert in seiner Laudatio zum Kunstpreis - und zur neuen Vernissage des unermüdlich schöpferischen Sporer.

(Anmerkung des Webmasters:  Klaus W. Sporer war bis 1994 Lehrer für Musik und Seminarlehrer für Pädagogig am CSG)