„Theater ist mein Lebensthema”

SPD-Stadträtin Gudrun Rihl wird am Sonntag 70 Jahre alt

Von Christian Silvester

Ingolstadt (DK) Ausgerechnet Hämer! Hardt-Waltherr Hämer. Der Architekt des von ihr so geliebten Stadttheaters wird am Sonntag ebenda anlässlich seines 90. Geburtstags vom Kunstverein geehrt; eigentlich war des Meisters Ehrentag schon am 13. April. Gudrun Rihl hat dagegen an diesem Sonntag Geburtstag. Sie wird 70. „Das ist schon eine lustige Koinzidenz“, erzählt die Stadträtin der SPD. Immerhin ist das Theater und alles, was mit dieser Kunst zusammenhängt, das dominante „Lebensthema“ der Studiendirektorin für Englisch und Deutsch a. D. Daher galt dem Hämerschen Haus stets ihr leidenschaftlichster Einsatz. Auch das, wie sie es nennt, „Einstehen für die Konkrete Kunst“ und ihr Engagement für die viel gelobten integrativen Theaterprojekte der Stiftung „Jugend fragt“ zählt sie zu den Leistungen ihrer zehnjährigen Amtszeit als Stadträtin. „Es ist schwer in den Zeiten, in denen wir leben, Bilanzen mit großen Projekten zu präsentieren. Ich bevorzuge den leisen Weg, erhebe aber immer die Stimme, wenn mir etwas persönlich sehr wichtig ist.“

Dazu zählt in gleichem Maße wie die Kultur die Bildung. Auf diesem Feld sieht sich Gudrun Rihl jedoch damit konfrontiert, „dass hier vieles landespolitisch festgelegt ist“. Ihr größtes Anliegen, ein Kooperationsmodell für Real- und Mittelschule, blieb bislang unerfüllt. „Da muss man langfristig denken und überlegen, wie die moderne Schulfamilie aussehen soll“, argumentiert sie. „Denn der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält, muss sich entwickeln.“

Noch etwas liebt sie – fast – so wie das Theater: die Donau. Rihl träumt von einem „Flussbad für jedermann auf Höhe des KiK, mitsamt Sonnendeck“ – ein Traum, „der mit einfachen Mitteln zu verwirklichen wäre“.

Sie hat noch zwei Jahre Zeit, um Weichen zu stellen, denn bei der Wahl 2014 tritt Gudrun Rihl nicht mehr an; die Fraktion wisse es schon. „Ich habe Lust, im Rahmen Neues zu gestalten, aber ausgereift ist noch nichts.“ Rihl-Kenner vermuten: Das Theater könnte eine Rolle spielen.