Strammes Trainings- und Lernprogramm

Patrick Hager spricht über den Alltag eines Eishockeyprofis und die Chancen der ERCI

Ingolstadt (DK) Die ehemalige 7a des Christoph-Scheiner-Gymnasiums Ingolstadt interviewte im Rahmen des KLASSE!-Projektes den Eishockeyspieler Patrick Hager. Der 24-jährige Stürmer spielt die zweite Saison beim ERC Ingolstadt und gehört zum Kader der deutschen Nationalmannschaft. Die Schüler fragten ihn nach seinem Alltag, nach seinen Zukunftsplänen und nach der Situation im Verein.

Herr Hager, bei dem Projekt KLASSE! bekommen Schüler vier Wochen lang jeden Tag kostenlos den DONAUKURIER. Was halten Sie davon?

Patrick Hager: Ich glaube, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, dass Leute sich für die normale Tageszeitung interessieren und nicht nur für die „Sport-Bild“ oder die „Bild“. Deshalb finde ich es grundsätzlich gut, wenn solche Projekte an der Schule gefördert werden.

Sind Sie gerne zur Schule gegangen?

Hager: Auf die Schule blickt man eigentlich immer ganz gerne zurück. Ich bin nach der Grundschule zwei Jahre auf das Gymnasium gegangen, dann aber auf dieRealschule, weil das Eishockeyspielen doch sehr viel Zeit beansprucht hat. Nach der mittleren Reife habe ich an der Fachoberschule mein Fachabitur gemacht. Sitzengeblieben bin ich kein einziges Mal. Da kann ich ganz stolz darauf sein, weil das mittlerweile gar nicht mehr so viele schaffen. Jetzt mache ich ein Fernstudium Internationales Management, um neben dem Sport ein zweites Standbein zu haben.

Ist es schwer für Sie, das Studium, Ihre Familie und das Eishockeyspielen unter einen Hut zu bekommen?

Hager: Das ist eine Frage der Disziplin. Man muss einfach seinen Tagesablauf einteilen, wie Leute, die ganz normal in die Arbeit gehen, auch. Meine Arbeit ist eben das Training. Im
August, wenn wir in der Vorbereitung sind, ist das natürlich sehr viel mehr als während der Saison. Ich versuche meine Zeiten klar festzulegen und sage mir „Jetzt lerne ich mal zwei
Stunden“, oder „Jetzt ist Freizeit“, oder „Jetzt mach ich mit der Familie was“ und so klappt das ganz gut.

Was möchten Sie nach Ihrer Eishockeykarriere machen?

Hager: Internationales Management reicht in den Sportbereich hinein, ist natürlich aber auch betriebswirtschaftslastig. Die Richtung ist damit relativ offen. Ob Sportmarketing bei einer Firma oder Manager in einem Verein, ich glaube, da habe ich viele verschiedene Optionen, vor allem durch die Kontakte, die ich jetzt durch das Eishockey habe. Ich denke, darauf kann ich aufbauen.

Wie sind Sie auf das Eishockeyspielen gekommen?

Hager: Mein Vater war 18 Jahre lang Eishockeyprofi in der 2. Liga, so bin ich schon mit drei Jahren auf die Schlittschuhe gestellt worden und habe dann die Nachwuchsmannschaften durchlaufen. Bis ich zwölf oder 13 war, habe ich nebenbei auch Fußball gespielt, wie die meisten Jungs in Deutschland. Doch irgendwann war es dann nicht mehr möglich Fußball, Eishockey und Schule unter einen Hut zu bekommen. Da ich lieber Eishockey spiele als Fußball, war für mich klar, wofür ich mich entscheide.

Im vergangenen Jahr hat es leider nicht zum Meistertitel gereicht. Wie stehen die Chancen für dieses Jahr?

Hager: Es ist immer schwierig. Wir haben von der Qualität her einen Kader, mit dem wir ganz oben mitspielen können. Man hat es im vergangenen Jahr gesehen: Der ganze große Kader nutzt nichts, wenn es so viele Verletzte gibt. Dann wird es natürlich schwierig. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr mehr Glück haben. Und wenn alle gesund bleiben und wir uns auf unser Spiel und auf unsere Stärken konzentrieren, sind wir auf jeden Fall im Kreis der Kandidaten für die ersten sechs Plätze. Unser Ziel muss die direkte Play-off-Qualifikation sein. Man hat es im vergangenen Jahr gesehen, in den Play-offs geht es bei null los und in der richtigen Zeit muss alles gut laufen. Ab da ist dann alles möglich. Das erste Ziel ist, dorthinzukommen. Bis dahin sind es 52 lange Spiele und die gilt es, Schritt für Schritt zumeistern.

Was war der erste Eindruck von den neuen Teamkollegen und dem neuen Trainerteam?

Hager: Patrick Köppchen habe ich in der A-Nationalmannschaft kennengelernt. Mit Benedikt Schopper habe ich vier Jahre in Krefeld zusammengespielt. Timo Pilemeier kannte ich schon aus den Jugendnationalmannschaften. Auch alle anderen sind sehr nett. Wir haben tolle Spielercharaktere dazubekommen und das Trainerteam macht einen zielstrebigen Eindruck. Wir bekommen auf dem Eis klare Ansagen. Es sind klare Vorstellungen und eine klare Linie da. Wenn wir alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen, kann das eine erfolgreiche Saison sein.

Philipp Heckner, Louis Oberbauer und Oliver Ziegler, Klasse 7a im Schuljahr 2012/2013,

Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt