Scheiner tritt den Vereinten Nationen bei

Warum das Gymnasium zukünftig den Titel „Unesco-Projektschule” tragen darf

Von Christian Silvester

Ingolstadt (DK) Bald wird das Logo des Christoph-ScheinerGymnasiums um ein Markenzeichen reicher sein: Die Schule darf sich neuerdings mit dem Zusatz „Unesco-Projektschule” schmücken. „Diesen Titel tragen in Bayern nur 27 Schulen”, berichtet Direktor Peter Bergmann. Der neue Status eröffnet dem Scheiner ein weites, globales Feld kultureller wie karitativer Möglichkeiten, denn die Projektschulen der internationalen Organisation initiieren Partnerschaften mit Schulen in aller Welt. Die jungen Leute erhalten die Chance, an Tagungen, Seminaren und Austauschprogrammen teilzunehmen.

Peter Karl, Lehrer am Scheiner, hat das aufwendige Bewerbungsverfahren der Unesco auf sich genommen. Jetzt, zahlreiche Tagungen und Beratungsgespräche später, träumt er von anregenden Begegnungen rund um den Globus. „Eines unserer Ziel ist es, die sozialen Bedingungen in Entwicklungsländern kennen zu lernen, um zu erfahren: Wie leben und lernen die Schüler dort?” Ein klarer Blick auf die Realität „weg vom Urlaubserlebnis” -.auch das ist eine Erfahrung, die Unesco-Projektschulen in Aussicht steht.

Das Kooperationsprojekt der Vereinten Nationen sei wie geschaffen für das Scheiner, findet Bergmann. „Denn um in das Schulnetz der Unesco aufgenommen zu werden, muss man deren Präambel entsprechen.” - und das schaffe das Gymnasium, berichtet der Direktor, der Punkt für Punkt verglichen hat. In der Kategorie „Bildung für alle” kann das Scheiner auf seine seit zehn Jahren währende Unterstützung des Lernzentrums im indischen Kerala verweisen. Im Bereich „Internationale Verständigung” ist das Ingolstädter Gymnasium eh seit langem vorn dabei; Partnerschaften mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs (inklusive der damaligen UdSSR) pflegte das Scheiner schon rege, als noch der Eiserne Vorhang Europa teilte.

Interkulturelle Kompetenz auch eine Vorgabe der Unesco - erfüllt das Scheiner-Gymnasium Bergmann zufolge ebenfalls ordentlich: „Unsere drei bis vierwöchigen Auslandspraktika in China oder Sibirien, die gut angenommen werden, tragen viel dazu bei.” Und schließlich der Punkt „Kulturelles Erbe der Menschheit”. Sogar auf diesem Feld verdingen sich Lehrer und Schüler des Scheiner, alle voran das Team für das Projekt denkmal-aktiv. Kurz: Unter dem Eindruck solch reger kultureller und karitativer Tätigkeit ist die Verleihung des Unesco-Gütesiegels keine große Uberraschung.

Auf einen schmalen Schatten des Ganzen muss Peter Karl indes noch hinweisen: „Bei sozial-ethischen Projekten steht die Eigeninitiative klar im Vordergrund.” Damit umschreibt die Lehrer diplomatisch die nüchterne Erkenntnis: Geld kommt wohl keines von der Uno.

Aber Ehre und Anerkennung in Fülle! Der Status „Uneso Projektschule” sei keineswegs auf Gymnasien beschränkt, erklärt Bergmann. Bewerben können sich alle. Wer Interesse hat, darf sich an Projektkoordinator Karl wenden. „Wir beraten Interessierte gerne.”