Nach einem halben Jahr Probenarbeit sind die Schüler jetzt heiß auf die Bühne

„Romeo und Julia” hat heute in der Alten Viehmarkthalle Premiere / Noch Restkarten für die drei Aufführungen erhältlich

Ingolstadt (DK) Langsam wird es ernst in der Alten Viehmarkthalle. Seit einem halben Jahr wird hier schon unermüdlich geprobt. Das Licht ist aufgebaut, die Tribüne steht. Zum ersten Mal ist auch das Georgische Kammerorchester bei der Probe dabei. Die Premiere von „Romeo und Julia” am heutigen Mittwoch steht unmittelbar bevor. Dann werden 55 Schüler der Herschelschule, der Lessingschule und des Scheiner-Gymnasiums für die Tanzinszenierung auf der Bühne stehen, dann können sie beweisen, dass die Anstrengung der Mühe Wert war. Sieben Jugendliche sitzen zusammen und haben sich Zeit genommen, um mit dem DONAUKURIER zu sprechen. Es ist nicht zu erkennen, zu welchen Schulen sie gehören, sie sind eine Gruppe, die zusammen von ihren Erlebnissen erzählen.

„Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass es so ein Riesenprojekt wird, 600 Leute werden zuschauen. Trotzdem ist alles ausverkauft, und der Bürgermeister ist auch da.” Göksel Akcay von der Lessingschule ist begeistert. „Am Anfang, bevor die anderen gemerkt haben, wie viel Arbeit wir uns hier machen, kamen schon ein paar dumme Sprüche, aber dann hatten sie schnell Respekt vor uns.” Anders Tina Ohrner vom Scheiner-Gymnasium: „Wir hatten überhaupt keinen Streit deswegen und Witze hat auch keiner gemacht.”

Auch die Verbindung von modernen Tanzstilen und klassischer Musik von Komponisten wie Nassidze Zinzadse und Franz Hummel kommt bei den Jugendlichen gut an. Mahmud Ahmad von der Hauptschule an der Herrschelstraße fasst die Einstellung seiner Freunde zusammen: „Bevor wir sie hier gehört haben, hatte eigentlich keiner von uns solche Musik gemocht, aber bei diesem Projekt passt die Musik, vor allem mit einem so guten Orchester. Privat würde ich so was allerdings nicht hören.” Tobias Besecke ergänzt: „Das Orchester ist richtig gut. Die fangen alle in der gleichen Sekunde an zu spielen, wir brauchen da immer eine Weile, bis alle tanzen.”

Auf die Frage nach ihrem ganz persönlichem Highlight während dieser sechs Monate, sind sich Tina Ohrner und Max Spranger vom Scheiner-Gymnasium sofort einig: „Diese Verbindung von drei Schulen, von Gymnasium und Hauptschule, von Jugendkultur und klassischer Musik, das ist echt toll. Niemand hätte gedacht, dass es so gut funktionieren würde”, sagt Max Sprenger. Sieglinde Coroiu von der Lessingschule ist vom Gesamtereignis begeistert: „Es sieht fantastisch-schön aus, wenn sich alle in den Kostümen zur Musik bewegen.”

So bleibt der einzige Unterschied wohl doch in den jeweiligen grundsätzlichen Vorstellungen vom Tanzprojekt. Tina Ohrner, die schon einige Balletterfahrung hat, war „überrascht, dass wir hier so modernen Tanz machen”, Tobias Bestecke war darüber aber ganz froh: „Als die gesagt haben, wir kriegen Kostüme, da hab ich schon befürchtet, dass wir uns. jetzt rosa Ballett-Tütüs anziehen müssen. Aber die Idee, alles in moderner Kleidung zu spielen, finde ich richtig gut.” In einem Punkt sind sich aber alle einig, sie wollen jetzt spielen. Sie sind „heiß auf die Bühne”.

Zeitgleich zur restlos ausverkauften Premiere heute Abend startet im Foyer der Halle eine Ausstellung des begleitenden Kunstprojektes einer Schülergruppe der Lessingschule unter der Leitung von Kai Hummel. Dort sind eine Reihe von Zeichnungen entstanden, die bereits seit einiger Zeit auf der Webseite des Projekts (www.romeo-und-julia-ingolstadt.de) zu sehen sind und als Postkarten verteilt werden. Die Schüler haben zuletzt sowohl das Projektlogo wie auch das neue Logo der Lessingschule gestaltet.

Maximilian Cubasch