„Man fühlt sich danach wie ein leeres Fass”

570 Schüler des Christoph-Scheiner-Gymnasiums nehmen an Mathematikwettbewerb teil

Ingolstadt (rpg) Die Ergebnisse der Pisa-Studie aus den Jahren 2000 und 2003 sind verwunden. Dass die meisten aus dem Stegreif keine drei deutschen Mittelgebirge nennen können, macht sie sympathisch. Schließlich ist des Menschen größtes Glück, dass er vergisst. Und alles war gut und glücklich vergessen, bis - ja bis zum Känguru-Mathematikwettbewerb. „Wie viele dreistellige Zahlen gibt es, deren drei Ziffern untereinander und von 0 verschieden sind, und bei denen das Produkt ihrer drei Ziffern eine durch 81 teilbare Zahl ist?”. . . Hä?

„Man fühlt sich nach dem Test wie ein leeres Fass”, erzählte der Elftklässler Severin Kirpal. 570 Schüler des Christoph-ScheinerGymnasiums haben kürzlich am diesjährigen Mathematikwettbewerb „Känguru der Mathematik” teilgenommen. 450 000 waren es in ganz Deutschland, knapp vier Millionen weltweit. In 75 Minuten lösten Schüler der dritten bis dreizehnten Klasse im Rahmen des Wettbewerbs 30 auf ihr Alter zugeschnittene Aufgaben aus dem Bereich der geometrischen, numerischen, logischen und kombinatorischen Mathematik; wohlgemerkt ohne Taschenrechner und unabhängig von der Schulart.

„Die Mathematik hat ein Imageproblem”, sagte Peter Denzlein, Mathematik- und Physiklehrer am Christoph-Scheiner-Gymnasium. Der Wettbewerb solle Schülern zeigen, dass es Spaß machen könne, sich mit Mathematik und logischem Denken zu beschäftigen. „Das ist kein Test wie die Pisa-Studie”, erklärte Denzlein weiter. Eine vergleichbare, bundesweite Rangliste werde nicht veröffentlicht.

Zum vierten Mal nahm das Christoph-Scheiner-Gymnasium am Mathematikwettbewerb Känguru teil. Dessen Organisation obliegt in Deutschland dem gleichnamigen Verein mit Sitz am Institut für Mathematik der Berliner Humboldt-Universität. Dort werden auch die deutschen Testbögen ausgewertet. Die Ergebnisse werden Ende Mai erwartet. Ursprünglich geht die Idee für einen derartigen Wettbewerb auf die 1978 in Australien ins Leben gerufene „Australian Mathematics Competition” zurück. Mit dem „Känguru” im Namen erinnert der Wettbewerb noch heute daran.

Zu gewinnen gibt es für die Schüler am Scheiner-Gymnasium neben Preisen auch Mathematiknoten. Wer beispielsweise zu den deutschlandweit besten 15 Prozent gehört, bekommt eine „Eins”. Die Chancen dafür stehen, statistisch gesehen, nicht schlecht. So gehörten in den vergangenen zwei Jahren von den 400 teilnehmenden Schülern des Scheiner-Gymnasiums jeweils etwa 35 zu den besten fünf Prozent in Deutschland.

Die Lösung der eingangs gestellten Frage lautet übrigens „6”. Die Zahlen müssen dabei jeweils aus den Ziffern 3, 6 und 9 zusammengesetzt sein. Das hätte man aber auch wissen können, schließlich stammt die Frage aus dem Test für die Klassenstufen sieben und acht. Vergessen wir‘s einfach.