Kulturerbe macht Schule

Ingolstadt (hic) Historische Bauten wie Kreuztor, Münster, Neues Schloss oder Festungsanlagen prägen Ingolstadts Gesicht. Deswegen sei es wichtig, für den Erhalt dieser Denkmäler zu kämpfen. Diese Aussage stand am Mittwochvormittag im Mittelpunkt der örtlichen Auftaktveranstaltung eines bundesweiten Schulprojekts der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, an dem sich zwei elfte Klassen des Scheiner-Gymnasiums beteiligen.

Bis zum Juli nächsten Jahres beschäftigen sich die 15- bis 18-Jährigen mit dem Grüngürtel um die Altstadt herum als Kulturdenkmal. Dass mit den Begriffen "Denkmäler" und "Kulturerbe" nicht nur Reiterstandbilder gemeint sind, sondern generell Zeugnisse aus vergangener Zeit, war der erste Schritt der Erkenntnis bei den Schülern.

Als sie dann einen ausführlichen Vortrag vom Direktor des Bayerischen Armeemuseums, Ernst Aichner, über den Grüngürtel um Ingolstadts Innenstadt hörten, fragte kein Schüler mehr, warum dieser ebenfalls als "grünes Kulturerbe" bezeichnet wird.

Albert Wittmann wünschte den Schülern Spaß an dem Projekt und außerdem viele neue Erkenntnisse. Er war nicht nur in Funktion als Bürgermeister gekommen, sondern auch als Vorsitzender des Fördervereins Bayerische Landesfestung. Dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Bürgern die Geschichte der Stadt näher zu bringen. Dass sich nun Jugendliche mit dem örtlichen Kulturerbe beschäftigen, würdigte Wittmann: "Damit trägt man dazu bei, dass sich die Schüler mit der Stadt identifiziert."

Die Erdkundestunden der Klassen werden in diesem Schuljahr zeitweise für die Projektarbeit genutzt. "Wir werden Satellitenbilder einsetzen, um den Naturraum des Glacis optimal zu erfassen", erklärte der Erdkundelehrer Werner Kundmüller, der das Projekt an der Schule betreut. Außerdem werden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die sich dem Thema von unterschiedlichen Seiten nähern. Ein Team wird anhand von Fotos erkunden, wie sich der Grüngürtel im Laufe der Zeit verändert hat. Die Kunst im Künettegrabens wird eine andere Gruppe beschäftigen. Zudem wird ein Mädchen das Wasser der Schutter analysieren. Der 17-jährige Matthias Meitner wird zusammen mit seinen Mitschülern eine Umfrage unter den Besuchern des Grüngürtels machen. Seiner Meinung nach ist das Projekt sehr sinnvoll: "Ich finde, Ingolstadt beachtet oft seine Denkmäler nicht genügend." Auch Anja Fröhlich beurteilt das Projekt alles andere als langweilig. "Das ist kein trockener Unterricht, sondern wir werden rausgehen und uns aktiv mit Geschichte befassen", sagt sie.

Jetzt können die Schüler erst einmal kostenlos das Reduit Tilly besichtigen. Ernst Aichner lud seine Zuhörer spontan in die Sonderausstellung "Garnison Ingolstadt" ein.