Konkrete Kunst von Schülern in der Theatertiefgarage

Ingolstadt (smr) Vorsicht frisch gestrichen! Mädchen und Buben aus vier verschiedenen Schulklassen bemalen momentan den Gang, der die Tiefgaragen Theater Ost und West verbindet. Betreut werden sie dabei von Museumspädagogin Anke Hall vom Museum für Konkrete Kunst. Die Jugendlichen haben die Entwürfe zwar im Rahmen des Kunstunterrichts erarbeitet, doch ausführen müssen sie sie in ihrer Freizeit. Kein Problem für Andreas Lin vom Christoph-ScheinerGymnasium: „Das ist doch ein schönes Projekt. Wenn ich später einmal in die Tiefgarage komme, kann ich sagen: Das ist mein Bild.”

Die Aktion wird vom Tiefgaragenbetreiber IFG unterstützt, sie übernimmt die Materialkosten. Aus gutem Grund: Die Wände in den Garagen sind nach einem frischen Anstrich oft innerhalb kürzester Zeit wieder mit Schmierereien bedeckt oder auch schlicht verdreckt. Die mit Kunstwerken gestalteten Flächen hingegen sind nicht nur weniger empfindlich und werden
von Schmierfinken verschont, sondern vertreiben auch die unterirdische Tristesse. „Diesen Gang zwischen den beiden Tiefgaragen benutzen sehr viele Menschen. Dadurch haben die jungen Leute ein Erfolgserlebnis”, sagt Jürgen Bernhardt von der IFG.
Vor den Ruhm haben die Götter jedoch den Schweiß gesetzt. Allein das Abkleben der Konturen der konkreten Kunstwerke ist eine Heidenarbeit, und genaues Malen mit den Farbrollen erfordert erhebliches Fingerspitzengefühl. Christian ist denn auch etwas besorgt, ob ihm noch genug Zeit zum Lernen bleibt: „Jetzt kommen doch alle Schulaufgaben.” Doch allen gefällt das gemeinsame Erlebnis. Bis zu den Sommerferien wird es dauern, bis die Bilder fertig sind.

Übrigens sind nicht nur die Klassen 9a und 9b vom Scheiner-Gymnasium an dem Kunstprojekt beteiligt, sondern auch Jugendliche von den Hauptschulen an der Lessingstraße und Manching. Die Nachwuchskünstler dürfen sich natürlich alle mit ihrem Namenszug verewigen.