In Ingolstadt läuft’s

Dominik Lang lebt für die Leichtathletik – und ist nicht das einzige Nachwuchstalent in der Stadt

Von Matthias Hohn

Ingolstadt (DK) Hochsommer, 30 Grad im Schatten, ein Gymnasium in Ingolstadt: Kaum ist der letzte Gong verklungen, strömen die Schüler ins Freibad. Nur Dominik Lang nicht. Der 18-Jährige geht einige Meter weiter bis zur Sportanlage des MTV, schnürt die Sportschuhe und läuft eine Bahn nach der anderen.

Dominik Lang ist derzeit der hoffnungsvollste Nachwuchsläufer des MTV Ingolstadt. Vergangenes Jahr wurde er Bayerischer Cross-Vizemeister mit der U-18-Mannschaft und Achter über 3000 Meter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Nebenbei hat er sein Abitur am Christoph-Scheiner-Gymnasium gemacht. Dreimal die Woche Nachmittagsunterricht, sechsmal die Woche Training – so sah sein beeindruckendes Pensum aus; oftmals ging es direkt nach dem Unterricht auf die Bahn. Und auch am Abend blieb Dominik kaum Freizeit: Dann büffelte er für die anstehenden Abiturprüfungen. „Man muss schon auf bestimmte Dinge verzichten“, sagt der Ingolstädter – aber das mache ihm nichts aus.

Denn Lang lebt für den Sport. Wenn seine Freunde am Wochenende weggehen, begleitet er sie zwar, hält sich aber zurück. Denn: „Wer das vernünftige Maß überschreitet, bekommt im Sonntagstraining die Quittung.“ Viel lieber belohnt Dominik Lang sich selbst für seine Qualen, und zwar mit guten Leistungen bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften, mit persönlichen Bestzeiten oder beim Ingolstädter Halbmarathon. Dort war er Teil der Schülerstaffel, die vor dem Sieger des Halbmarathons ins Ziel kam – das hatte zuvor noch keine Staffel geschafft.

Die Jungen streben also nach vorne und das in ganz Ingolstadt. So qualifizierte sich Langs Mannschaftskollegin Michelle Lau in der Klasse U 16 ebenso für die Deutsche Meisterschaft wie Cornelia Griesche (U 20) und Michael Adolf (U 18) vom Lokalrivalen DJK Ingolstadt. Besonders Griesche sorgte für Aufsehen: zunächst mit einem starken dritten Platz über 2000 Meter Hindernis bei der Deutschen Meisterschaft und anschließend beim Sport-In-Laufcup. Zudem beherrschte sie beim Frühjahrslauf in Neuburg die Konkurrenz – und das, obwohl sie noch als Jugendliche geführt wird. Dabei sind Geländeläufe ohnehin nur bessere Trainingseinheiten für Griesche – ernst wird es für die Nachwuchsläuferin auf der Bahn.

Gleiches gilt für Dominik Lang, der in diesem Jahr ein Jurastudium in Bayreuth beginnt und daher sein Training umstellen muss. Denn in der fränkischen Stadt gibt es keinen großen Laufverein, weshalb der 18-Jährige fortan selbst für seine gute Form sorgen muss. Unterstützung erhält er dabei von seinem Trainer Herold Demel. Der stellt Trainingspläne auf, an die sich der Nachwuchsathlet strikt halten möchte. „Da werde ich jetzt erst mal abwarten müssen, wie sich das im Laufe des Winters entwickelt“, sagt Lang. „Aber ich bin ganz zuversichtlich, da ich schon einige sehr schöne Laufrouten für mich entdecken konnte.“

Bleibt eine Frage: Was macht Dominik, um zu entspannen, um sich abzulenken von der Schule, vom Studium und dem harten Training? Dominik lacht: „Ich brauche keine Ablenkung, mir reicht das Laufen, um runterzukommen. Früher habe ich Handball gespielt, aber das war zeitlich einfach nicht mehr zu machen, und außerdem war die Verletzungsgefahr zu groß.“ Heute freue er sich, nach einem langen Tag einfach nur im Bett zu liegen und ein gutes Buch zu lesen. Am nächsten Morgen geht es dann weiter. Immer auf der Jagd nach der nächsten Bestzeit.