Im „Kirschgarten”

Russisch-Kurs des CSG gefällt das Stück

Ingolstadt (DK) Als Russischkurs in der Q11 am Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt haben wir mit Blick auf die Inszenierung von Tschechows „Der Kirschgarten” am Ingolstädter Theater dieses Stück als Lektüre ausgewählt und in einer zweisprachigen Ausgabe gelesen. Beim Lesen fiel uns gar nicht auf, dass es sich um eine Komödie handelt. Handlung und Figuren wirkten auf uns zutiefst traurig. Wir konnten nur schwer Komödienelemente entdecken. Erst bei der Premiere des „Kirschgartens”, also auf der Bühne, wurden die vielen komischen Situationen und Charakterzüge der Figuren deutlich. Deshalb finden wir, dass der Gastregisseurin Tatjana Rese die von Tschechow beabsichtigte Kombination von Komödie und Tragödie gelungen ist.

Die Hauptfiguren Ljubow Andrejewna und Lopachin wurden überzeugend dargestellt, Lopachin hätte aber jünger als seine Gegenspielerin wirken müssen. Das Hausmädchen Dunjascha hatten wir uns auch jünger und eleganter vorgestellt. Der junge Diener Jascha passte in seiner Verrücktheit und Frechheit gut zum Dramentext. Die „Liebesszene” zwischen den beiden, fast eine Vergewaltigung, im zweiten Akt war unpassend und ohne Textbezug. Firs hat uns am besten gefallen, sein Kostüm fanden wir formell genug für einen alten Diener.

Das Bühnenbild schien uns eher langweilig und monoton. Im Text von Tschechow spielen Raum und Zeit eine enorm große Rolle. Das wurde nicht umgesetzt, weil der Zuschauer weder das Kinderzimmer im ersten und vierten Akt erkennen, noch den Ablauf der Jahreszeiten am Kirschgarten ablesen konnte. Deshalb ging viel von der Atmosphäre des Stücks verloren.

Die Musik und besonders die modernen Tanzeinlagen sprachen uns junge Leute an. Mit ihrem Spieltempo folgte Tatjana Rese unserem Eindruck von der Handlungsarmut des Stücks. Sie hat im Großen und Ganzen den zähen, schwierigen und vielschichtigen Text lebendig umgesetzt.

Russisch-Kurs 1/Q11 am CSG Ingolstadt