Holocaust-Gedenktag in der Fronte

Ingolstadt (DK) Dem früheren Bundespräsidenten Roman Herzog verdankt sich die Tradition, immer am 27. Januar der Millionen Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zu gedenken.

Anlass ist der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz 1945. Vor 16 Jahren fand der erste Gedenktag statt. Die Stadt Ingolstadt widmet dem Tag seit 1998 stets in Zusammenarbeit mit einer weiterführenden Schule eine Gedenkstunde. Heuer ist das Scheiner-Gymnasium mit der Gestaltung an der Reihe.

Die Veranstaltung findet am Freitag, 27. Januar, in der Fronte 79 an der Jahnstraße 25 statt. Sie dauert von 11.30 bis 12.30 Uhr. Harald Kneitz vom Kulturamt der Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine öffentliche Veranstaltung handelt, zu der alle Ingolstädter eingeladen sind. Außerdem werde aller NS-Opfer gedacht, im Gegensatz etwa zum Holocaust-Mahnmal in Berlin, das den ermordeten Juden gewidmet ist.

Die Scheiner-Schüler haben ein Programm erarbeitet, das Musik, eine Lesung und szenische Darstellungen verbindet. Ferner präsentieren sie ihr Projekt „Stolpersteine“, das heuer abgeschlossen werden soll. Zur Erinnerung an vertriebene und ermordete Ingolstädter Bürger jüdischen Glaubens wird dabei vor deren letztem Wohnsitz ein messingbeschichteter Stein des Künstlers Gunter Demnig in das Pflaster eingelassen, der die Namen und Lebensdaten der Opfer trägt. Das Scheiner schließt damit eine Lücke, denn in 500 Orten gibt es die Stolpersteine bereits; Ingolstadt fehlte bisher auf dieser Karte.