Gesamtkunstwerk mit viel Spaß

Mitreißendes Schulkonzert des Christoph-Scheiner-Gymnasiums

Ingolstadt (DK) 150 Jahre Christoph-Scheiner-Gymnasium sind ein Anlass, ein in höchstem Maße gelungenes Schulkonzert auf die Beine zu stellen – sowohl, was die Vielfalt, die Qualität und – hier punktet das CSG in unverwechselbarer Weise – was die fröhliche Ausgelassenheit der Stimmung angeht.

Man merkt, die Schülerinnen und Schüler sind nicht nur die Ausführenden – sie haben das Programm auch gestaltet und sich bei den Vorbereitungen eingebracht. Sie betrachten die Veranstaltung nicht als eine Pflicht, um die Schule in der Öffentlichkeit gut dastehen zu lassen. Sie machen das einfach gerne. Man kann sich auch vorstellen, dass die Lehrkräfte, von denen die Projekte geleitet werden, sich selbst auch echt freuen können – weil der Dank der Schüler wirklich von Herzen kommt.

Sogar die Laudatoren, von den Partnerschulen aus Russland, Frankreich und Amerika eigens zu den Feierlichkeiten angereist, betreiben keinen Repräsentationsaufwand, sondern sprechen tatsächlich kurze Grußworte – Worte, die allen Vergnügen bereiten.

Die Botschafter sind die Schüler. Aus Frankreich (Nizza) Hadrien Ginieys, der einfühlsam und wirkungsvoll die "Venezianischen Gondeln" aus "Mendelssohns Liedern ohne Worte" interpretiert; aus Russland (Moskau) eine Tanzgruppe (Leitung: Larissa Majmussowa) mit einem Walzer: Kira Sazepina, Mascha und Katja Roslowa, Mascha Skatschedulova, Georgj Saveljev und Anton Sheglov – alle Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe, aber als Ausdruckstänzer schon ganz erwachsen.

Das CSG hat natürlich seine Klassiker im Programm. Das Schulorchester unter Georg Hanauska eröffnet das Konzert mit Charpentiers festlichem "Te Deum". Die über den Bereich der Schule hinaus geschätzte Big Band (Leitung: Christine Roß, die auch die Bands einstudiert hat) swingt diesmal auf rockigem Beat; Simon Schmidt (Trompete), Franziska Biberger (Saxofon) und der Alumnus Bernhard Schlagbauer (Bariton-Sax) brillieren dazu solistisch. Und die mittlerweile schon legendäre Akrobatik- und Tanzgruppe "Formotion" (Leitung: Heidi Röll, Gerhard März) glänzt wieder mit ihren Auftritten.

Originell ist die Percussion-Gruppe. Pappkartons und Gießkannen werden kreativ zu Instrumenten umfunktioniert. Solist des Ensembles ist Leonhard Kukral, mit einem großen Rohr als Riesen-Beatbox-Didgeridoo. Es gibt auch – mit zünftigen "Juche"-Schreien – eine Sternpolka vom Feinsten (Leitung: Robert Kößler, Trudi Zink und Roß) und dazu in farbigem Kontrast das Gitarrenensemble (Hanauska) mit faszinierenden keltischen Klängen. Beate Hackers "Chaos-Orchester" der Unterstufe spielt alles andere als chaotisch, und der Chor der Unter- und Mittelstufe hat sich diesmal ganz auf Lieder von ABBA spezialisiert, teilweise mit Flötenbegleitung durch Kristina Kos.

Ein Markenzeichen der CSG-Schulkonzerte sind die Schülerbands: Immer ein bisschen zu laut – aber auch immer äußerst vergnüglich. Die Combo jazzt ab, dabei treten besonders Bernhard Rieger (Saxofon) und Matthias Hetzer (Schlagzeug) hervor; in der Rockband fallen mit ihren Backgroundvocals, die aber viel mehr sind als nur das, Karin Guttenberger und Dagmar Braun angenehm ins Ohr.

Zur Auftragskomposition "Kaiser Christoph" von Christian Elsässer sind dann noch einmal alle auf und vor der Bühne – ein gelungenes Gesamtkunstwerk mit Orchester, Chor, Big Band, Tanz, Akrobatik und – einfach verdammt viel Spaß.

Von Sebastian Ullrich