Gelungene Experimente und Musizierfreude

Abwechslung und Qualität beim Schulkonzert des Christoph-Scheiner-Gymnasiums

Ingolstadt (DK) Das Jubiläumsjahr des Christoph-Scheiner-Gymnasiums ist zwar vorüber, dennoch wartet die Schule mit Überraschungen und Rekorden auf. So beim Jahreskonzert im Festsaal des Theaters Ingolstadt am Mittwochabend.

"Erstmals wirken über 300 Schüler, Lehrer und Ehemalige mit. Allein der Unterstufenchor hat mehr als 120 Sängerinnen und Sänger", bereitete Direktor Peter Bergmann das Publikum im voll besetzten Saal auf die kommenden zwei Stunden vor. Und die glänzten nicht nur mit Masse, sondern auch mit der Qualität der Darbietungen und einer großen Bandbreite an Musikstilen. Dabei gab es Bekanntes und Bewährtes wie das "Prelude zu einem Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier, dargeboten von den vier Cellisten, die damit schon mehr als ein Mal die Schulkonzerte des CSG eröffneten. Es gab auch – im zweiten Teil des Konzertes – das Experiment der "Fuge aus der Geographie für sprechenden Chor" von Ernst Toch, das die neue Musikpädagogin Theresa Schlecht mit dem Grundkurs Chor einstudiert hatte, und das beim Publikum so manches Schmunzeln auf die Gesichter zauberte ob der vielfältigen, teils melodisch, teils rhythmisch gesprochenen, geflüsterten und laut betonten vierstimmigen geografischen Erklärungen wie: Der Popocatepetl liegt nicht in Kanada, sondern in Mexiko, Mexiko, Mexiko. . .

Dazwischen schmeichelte das Schulorchester unter der Leitung von Georg Hanauska mit Melodien aus dem Film Love Story, zupfte das durch viele junge Neuzugänge auf vierzehn Gitarristen angewachsene Gitarrenensemble eine Gavotte und brachte die Volksmusikgruppe – stilecht in Dirndln und Lederhosen – mit dem "Allgäuer Stückl" und dem "Sonthofener Walzer" gemütliche Feststimmung in den Saal. Dass trotz G 8 das Engagement im musischen Bereich nicht nachlässt, zeigte der Auftritt des Unterstufenchores unter der Leitung von Christine Roß. Aus mehr als 120 – erfreulicherweise auch sehr vielen männlichen – Kehlen erschallten zwei Chorstücke in englischer Sprache. Ebenso zeigte das Unterstufenensemble eine beachtliche – instrumentale – Leistung mit dem eigens für sie von Theresa Schlecht arrangierten "Sum Gali – Durch die Wüste". Das Engagement der neuen Musiklehrerin führte auch den Mittel- und Oberstufenchor zu nuancenreich interpretierten drei Stücken aus dem Pop-Bereich.

Auffällig war, dass die kleineren Ensembles, darunter die peppig-rhythmische Percussiongruppe, die sich heuer mit Kaffeebechern als Instrumenten dem kolumbianischen "El Café" annahmen, die Combo mit Chick Choreas "Spain" ebenso wie die vier Sängerinnen Kristina Kos, Veronika Kürzinger, Marlene Kukral und Dagmar Braun mit "Eternal Flame", ihr Einstudiertes allein darbrachten, sich gegenseitig den Einsatz gaben und in Melodie und Rhythmus wunderbar harmonierten. Da standen zwar Christine Roß und Theresia Schlecht als Leitung im Programm, doch hatten sie ihre Schützlinge zum selbstständigen Musizieren befähigt. Auch die Formotion-Gruppe erzählte mit Stelzengänger, Tanz und Jonglagen ihre Geschichte aus "downtown" ohne die sichtbare Leitung von Heidi Röll und Gerhard März.

Highlight des Abends war wieder einmal die Scheiner Big Band unter Leitung von Christine Roß, die mit expressiven Soli und gut aufeinander abgestimmten Zusammenspiel das Publikum in einen von ihnen "beswingten" Abend entließ.

Von Barbara Fröhlich