Gegen die globale Erfassung

Schüler des Scheiner-Gymnasiums Ingolstadt kommentieren das Internetportal Facebook

Ingolstadt (DK) Die Schüler der 10. Klasse des Christoph-Scheiner-Gymnasiums Ingolstadt haben sich Gedanken über das soziale Internetportal Facebook gemacht und dazu Kommentare geschrieben. Zwei davon veröffentlichen wir hier:

Ich selbst bin eine entschiedene Nicht-Nutzerin von Facebook - und das aus verschiedenen Gründen. Zwar kann man sich in Facebook mit vielen Leuten weltweit anfreunden, aber auch ganz persönliche Daten, wie Fotos, Aufenthaltsort oder Beziehungsstatus preisgeben. Viele Arbeitgeber suchen, bevor sie eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch schicken, erst einmal in Facebook nach den Bewerbern. Wenn das Profil nicht passt, hat man seine Chance auf einen Job schon verspielt.

Außerdem werden die Daten gespeichert, sei es ein Foto, eine Beleidigung oder eben die Information, wann man sich wo aufgehalten hat. Facebook hat das Recht, alle Daten zu speichern und weltweit zu verwenden. So kann man das Foto nehmen, auf dem ein Junge sturzbetrunken bei einer Party in einer Ecke liegt, mit Erbrochenem auf seinem T-Shirt, und zum Beispiel auf ein Plakat für eine Kampagne zum Thema „Anti-Alkohol” drucken, ohne dass sich der Junge dagegen wehren kann. So wird auch die Privatsphäre stark verletzt. Jeder hat rund um die Uhr weltweit Zugriff auf die privaten Daten, die preisgegeben werden.

Was ich aber am schlimmsten finde, ist, dass man als Nicht-Nutzer genauso namentlich mit Bildern verlinkt werden kann. Das bedeutet, dass jemand ein Bild hochlädt und mit meinem Namen verbinden kann. So könnte man auch ein Bild von einem Affen hochladen und mit jemandem, mit dem man sich gerade gestritten hat, verlinken. Nicht-Nutzer können so beleidigt werden, ohne dass sie etwas davon mitbekommen.

Was jetzt gerade groß in der Debatte steht, ist der „Freundefinder”. Man kann dort E-Mail-Adressen eingeben, um zu schauen, ob der Nutzer in Facebook angemeldet ist. Doch auch, wenn man nicht angemeldet ist, werden die Adressen gespeichert und man wird mit Werbung bombardiert. Außerdem werden die Adressen an andere verkauft und so weiterverbreitet.

Ich finde das wirklich unverschämt und bin deshalb der Meinung, Facebook wird ganz zu Recht verklagt.

Susanne Scheibe

 

Wer kennt Facebook nicht? - Oder sollte man sich vielmehr die Frage stellen: Wen kennt Facebook nicht?

Immer mehr Jugendliche, aber auch Erwachsene, melden sich im Internetportal an und posten mehrmals am Tag ihr Erlebtes oder ihre Vorhaben. Doch hat das nicht gravierende Auswirkungen auf die Privatsphäre?

Durch den „Freundefinder”, der sich im ersten Augenblick als äußerst hilfreich erweist, werden auch E-Mail-Adressen von Internetnutzern gespeichert, die nicht in Facebook angemeldet sind. Durch Eingabe der E-Mail-Adresse eines „Gesuchten” erfährt der Facebook-Nutzer, ob dieser auch ein Konto beim Internetgiganten hat. Gleichzeitig sendet man dadurch jedoch diese Adresse an Facebook. Dort wird sie gespeichert, und somit kann Facebook mehr und mehr „Surfer” in seinem Netz fangen. Aus diesem Grund sollte die Regierung dringend die Datenschutzrechtlinien verschärfen und Facebook bestrafen, da die „User” in keinster Weise gewarnt werden. Mein Appell also: Auf in den Kampf gegen die globale Erfassung durch Facebook!

Sebastian Eisenberger