Für Psychologie braucht man Mathe

Ingolstadt (DK) Frauenpower am Christoph-Scheiner-Gymnasium: Der Zonta-Club Ingolstadt hatte zum Berufsinformationsabend eingeladen und rund 70 Schülerinnen und Schüler der fünf Ingolstädter Gymnasien nahmen das Angebot an.

17 Frauen des Ingolstädter Zonta-Clubs informierten in einem dreiviertelstündigen Gespräch über ihre Berufe – über Voraussetzungen, Ausbildung, Praxiserfahrung und Zukunftschancen. Sigrid Paefgen, Präsidentin des Zonta-Clubs Ingolstadt, erläuterte bei ihrer Begrüßung die Idee: "Wir wollten die Berufsvielfalt und Kompetenz der Zonta-Frauen nutzen, um den Jugendlichen Orientierungshilfe für ihren Weg nach dem Abitur zu geben."

Und kompetente Frauen waren an diesem Abend reichlich vertreten: Elfriede Ring-Mrozik, Chefärztin der Kinderchirurgie am Ingolstädter Klinikum, schaltete demonstrativ ihr Handy aus: "Jetzt sind die Jugendlichen hier an der Reihe. Für Vertretung im Klinikum ist gesorgt." Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer sagte an diesem Abend extra einen anderen Termin ab: "Ich finde es wichtig, dass die Schüler aus erster Hand Informationen von Leuten bekommen, die diesen Beruf selber praktizieren." Modedesignerin Beate Bonk kam mit Zeichenmappe, Stoffproben und Farbmuster unter dem Arm ins Klassenzimmer und hatte damit schon einmal rein optisch eine tolle Präsentation.

Die Leiterinnen des Stadtmuseums, Beatrix Schönewald, der Volkshochschule, Petra Neumann, der Stadtbibliothek, Heike Marx-Teykal, mussten für diesen Abend einen Babysitter für ihre Kleinen verpflichten und hatten damit die besten Voraussetzungen, den Schülerinnen und einigen wenigen Schülern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erläutern.

"Was – für ein Psychologiestudium braucht man Mathematik? Dann ist das schon einmal nichts für mich", schloss Julia vom Katharinen-Gymnasium dieses Studium nach dem Gespräch mit Diplom-Psychologin Jutta Gallenmüller-Roschmann schon mal aus. Rebekka vom Scheiner-Gymnasium könnte sich dagegen nach dem Vortrag der Medizinerinnen durchaus vorstellen, Medizin zu studieren. Toll fanden die Jugendlichen, dass ihnen ein Schnuppertag im Klinikum – eventuell sogar im OP-Saal – angeboten wurde. Tobias vom Katharinen-Gymnasium ließ sich von der Frauen p ower nicht abschrecken: "Schließlich werden hier keine typischen Frauenberufe vorgestellt."

Die Berufe der Medizinerin, Designerin und Journalistin waren an diesem Abend am meisten gefragt, die Schülerinnen und Schüler interessierten sich aber auch für ausgefallene Berufe wie Holzbildhauerin oder Steinmetzmeisterin. Für das Christoph-Scheiner-Gymnasium war dieser Abend, wie Direktor Peter Bergmann zu Beginn betonte, der Auftakt für eine Reihe von weiteren Informationsveranstaltungen, die den Schülern die Entscheidung für den zukünftigen Beruf erleichtern sollen. Eine Schülerin sagte am Ende des Informationsabends: "Ich bin jetzt einen kleinen Schritt weitergekommen."