Es darf gern etwas mehr kosten

BZA Mitte stimmt Sanierung der Preysingstraße mit teils hochwertigem Naturstein statt Beton zu

Von Suzanne Schattenhofer

Ingolstadt (DK) Das wird ein schönes Nikolausgeschenk: Am 6. Dezember soll der Stadtrat über die Neugestaltung der Preysingstraße entscheiden. Der Bezirksausschuss Mitte hat den Plänen für die Sanierung mit teils hochwertigem Naturstein gestern Abend bereits zugestimmt.

Die Preysingstraße ist eine der letzten noch nicht sanierten Straßen in der südwestlichen Altstadt und verläuft von der Münzbergstraße entlang der Stadtmauer zum Scheiner-Gymnasium, macht dort eine Kurve und führt zur Jahnstraße. Die Haupteingänge des Gymnasiums und der Danuvius-Klinik liegen an der Preysingstraße. Besonders zu Beginn und Ende des Unterrichts herrscht dort Hochbetrieb: Die Gehwege sind für die Schülerströme zu schmal, viele Gymnasiasten weichen auf die Straße aus, wo Eltern, die ihren Nachwuchs chauffieren, mit ihren Autos parken und herumrangieren.

Das will das Stadtplanungsamt ändern: Die Preysingstraße soll Einbahnstraße und verkehrsberuhigte Zone werden, in der Schrittgeschwindigkeit gilt. „Die Übergänge und drei Plätze wollen wir mit gesägtem Naturstein sichtbar machen“, erklärte Ulrike Brand, Leiterin des Stadtplanungsamts den Mitgliedern des Bezirksausschusses Mitte. Die Neugestaltung soll rund 460000 Euro kosten. „Wir wollen in der Altstadt eine gewisse Linie reinbringen“, warb Brand für diese Planung, für die es ungefähr 180000 Euro staatliche Förderung gibt.

Verwende die Stadt für den Ausbau hingegen preiswerteres Material – beispielsweise Betonverbundstein – so ließen sich zwar zirka 80000 Euro sparen, sagte Brand. Dafür geht aber der Zuschuss flöten. Unterm Strich wären demnach 100000 Euro verloren. Das wollten die BZA-Mitglieder nicht und stimmten für den Vorschlag des Stadtplanungsamts. Die Sanierung ist im Jahr 2013 geplant, vorher werden der Kanal sowie Gasund Wasserleitungen erneuert.

Geld war also kein Thema im BZA Mitte, dafür aber der Verkehr in der Preysingstraße. Anwohner klagen, dass dort viel zu schnell gefahren wird. Dr. Torsten Mager, Leiter der Danuvius-Klinik, sagte, es sei unglaublich, was zu Schulbeginn und -ende los sei, wenn Eltern mit den Autos kommen. „Sollte man die Straße nicht grundsätzlich sperren oder zumindest die Eltern nicht mehr hineinlassen, sondern nur noch Anlieger?“, fragte BZA-Mitglied Franz Ullinger. Brand entgegnete, das sei nicht möglich. „Dann müsste man eine Privatstraße daraus machen.“ Etwas entschärft wird die Situation, wenn die Danuvius-Klinik später einmal ihren Lieferverkehr nicht mehr wie jetzt über die Preysing-, sondern über die Jahnstraße abwickelt. Doch das ist noch Zukunftsmusik und hängt mit dem geplanten Anbau zusammen. Dazu wird eine neue Tiefgarage mit Zufahrt an der Jahnstraße errichtet. Im Herbst 2013 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Kritik äußerte BZA-Mitglied Peter Springl an den unterschiedlichen Garagenbauten in den Vorgärten der Stadtmauerhäuser. „So schaut auch die Bebauung in den Slums von Kalkutta aus“, prangerte der Freie Wähler an und fragte die Stadtplanerin: „Ist das für Sie akzeptabel?“ Brand bejahte: „Das ist akzeptabel.“