Erfolgreich typisiert

Junger Ingolstädter spendet Knochenmark

Ingolstadt (DK) Wie jetzt für Schulrat Michael Schels organisierte das Ingolstädter Christoph-Scheiner-Gymnasium vor zwei Jahren schon einmal eine Typisierungsaktion für eine an Leukämie erkrankte Lehrerin. Auch Gerhard Rauchecker ließ sich damals als möglicher Spender registrieren. Gut ein Jahr später konnte er mit seiner Knochenmarkspende einem Menschen helfen.

Als ehemaliger Scheiner-Schüler kam der 24-Jährige im November 2011 mit seinem Vater zu der Typisierungsaktion für Katja Löser, seiner früheren Lateinlehrerin. Er ließ sich Blut abnehmen und in die weltweite Datei eintragen. Über ein Jahr später erreichte den Mathematikstudenten im Urlaub mit Freunden in Istanbul während einer Party ein Anruf der Stiftung Aktion Knochenmark Bayern (AKB). Sie teilte ihm mit, dass er als potenzieller Spender infrage käme.

Nach den letzten Tests ergab sich eine Übereinstimmung zwischen 90 bis 95 Prozent – optimal für eine Spende. Rauchecker zögerte auch nicht, denn für ihn war schon bei der Typisierung klar, dass er jederzeit spenden würde. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, im Urlaub mit dem Thema konfrontiert zu werden. In der Überzeugung, einem krebskranken Menschen heilen zu können, spendete Gerhard Rauchecker im Dezember 2012  zum ersten Mal Knochenmark. Vor der Operation und dem zweitägigen Klinikaufenthalt wurde er von der AKB betreut. Dabei gefielen ihm die Freundlichkeit der Mitarbeiter, die gute Betreuung und die langen Gespräche über Risiken, Einschränkungen und den Eingriff selbst. Zwei Wochen vor der Spende wurde er noch einmal durchgecheckt.

An einem Montagabend fuhr Rauchecker zu einer Privatklinik an den Starnberger See, wo tags darauf die Operation stattfand. Bei dem einstündigen Eingriff wird das Becken punktiert und aus dem Beckenkamm ein Liter Blut entnommen. Die befürchteten Kreislaufprobleme blieben aus. Die einzige Einschränkung ist laut Rauchecker, dass man sich zwei bis drei Wochen nach der Operation körperlich nicht belasten und auch keinen Sport treiben soll. Rauchecker konnte schon ein paar Monate später am Halbmarathon teilnehmen.

Kurz nach dem Eingriff kann sich der Spender äußern, ob er über den Empfänger informiert werden möchte. Wenn beide den persönlichen Kontakt wünschen, wird er nach Ablauf einer Frist von sechs Monaten gewöhnlich auch gewährt. Es kann vorkommen, dass der Körper des Empfängers das gespendete Knochenmark abstößt. Unter Umständen wird der Spender für einen zweiten Versuch angefragt. Generell besteht die Möglichkeit so oft zu spenden, bis die Ärzte keine Chance mehr in der Aufnahme des gespendeten Knochenmarks sehen.

Rauchecker wurde noch nicht darauf angesprochen, würde aber nicht zögern, noch einmal zu spenden. Hierzulande sei die Bereitschaft, Knochenmark zu spenden, ohnehin sehr hoch, so Rauchecker. Fast ein Viertel der Spender in der weltweiten Datei stamme aus Deutschland. Rauchecker empfiehlt die Typisierung, weil man damit Menschenleben retten kann. Man könne aber niemanden dazu verpflichten, denn jeder operative Eingriff berge ein gewisses Risiko. Bei der Knochenmarkspende beschränke es sich aber auf die Vollnarkose. Warum also nicht spenden?

Sally Jaeger, Jana Doering - Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt im Schuljahr 2012/13