„Die nächsten 50 Jahre feiern wir nichts mehr"

Christoph-Scheiner-Gymnasium nähert sich Finale der opulenten Jubiläums-Festreihe / Glückliche Organisatoren

Ingolstadt (sic) Ein besserer Beweis für das Gelingen eines Fests ist kaum vorstellbar: Zwei Mal musste der Wirt zur Brauerei, um Nachschub zu holen, derart gesellig perlte das Wiedersehensfest der Scheiner-Veteranen im Juli - schlicht „XXL-Treffen” genannt. 1200 Ehemalige aus 70 Jahrgängen waren angereist, plus 800 Verwandte im Anhang, von denen nicht wenige bis in den Morgen feierten. Die Beteiligten erlebten zweifellos den Höhepunkt des an Großveranstaltungen nicht armen Jubiläumsjahres der anno 1858 gegründeten Schule. Nun, vor dem Finale des Scheiner-Festreigens, zieht das Organisationskomitee Bilanz.

Gerhard-Georg Krainhöfner, Oberstudienrat, sagt im Namen seiner Kollegen: „Der Aufwand hat sich gelohnt.” Und der war immens. Argwöhnische Außenstehende lächelten mitunter über den intensiven Feierdrang, aber den Initiatoren der Veranstaltungsreihe war das egal. Ihnen ging es nicht zuletzt darum, das Eigenbewusstsein der Schulfamilie zu stärken, oder wie man neuerdings am Scheiner im besten Business-Deutsch sagt: die Corporate Identity.

Vom massenhaften Wiedersehen der Ehemaligen verspricht sich die Schule einen nachhaltigen Nutzen: „Wir haben damit die Basis für ein Netzwerk geschaffen, von dem die Schüler profitieren werden”, erklärt Krainhöfner. Wenn etwa kommendes Jahr die praxisorientierten Projektseminare eingeführt werden, „haben wir dafür jetzt alle nötigen Kontakte”.

Organisiert wurde mit einer Akribie, die man in Ingolstädter Lehrerkreisen bis dato nicht kannte. Für das Aufspüren der Ehemaligen hat der Freundeskreis des Gymnasiums eigens eine Bürokraft engagiert. Für das übrige Programm mussten ziemlich viele Kollegen ziemlich oft in der Freizeit ran. Zu planen galt es unter anderem: eine internationale Woche, ein Schulkonzert mit Spezialprogramm, zwei Ausstellungen, einen mehrstündigen Festakt, besagtes XXL-Treffen, Theatertage, ein Schulfest mit riesigem Rahmenprogramm. Schließlich am nächsten Samstag der Ball und zum Abschluss eine schulinterne Festgala am 27. Oktober, dem 150. Gründungstag, in der Hohen Schule. Der Unterricht schließt deshalb nach der vierten Stunde. Dann ist die Party endgültig zu Ende.

„Die nächsten 50 Jahre feiern wir nichts mehr”, versicherte Krainhöfner lächelnd und fast ernst. Stimmt natürlich nicht. 2012 begeht das Scheiner „100 Jahre Schule am Hartmannplatz”. Vermutlich beginnen schon bald die Vorbereitungen.