„Dem Scheiner sagt man nicht ab”

TU-Präsident Herrmann besucht den Freundeskreis des Gymnasiums

Von Claudia Drotleff

Ingolstadt (DK) Selbst der Präsident einer deutschen Elite-Universität kann nicht alles richtig machen. Und so musste sich Prof. Wolfgang Herrmann, Chef der TU in München, bei seinem Besuch in Ingolstadt durchaus vorwerfen lassen, sein „einziger Fehler” sei, „dass er nicht Schüler am CSG war” - so witzelte der ehemalige Scheiner-Schulleiter Rainer Rupp. Herrmann kam trotzdem gerne ans Christoph-Scheiner-Gymnasium und gab zurück: „Dem Scheiner sagt man nicht ab.” Immerhin ist die Ingolstädter Schule seit rund vier Jahren ein Kooperationspartner der Technischen Universität in der Landeshauptstadt und darf sich „Referenzgymnasium” nennen.

Herrmann war zu Gast anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Scheiner-Freundeskreises, der vor einem Vierteljahrhundert mit 70 Mitgliedern gestartet war. Durch die Initiative von Schulleiter Rupp ins Leben gerufen, sollte damit der Kontakt zwischen den ehemaligen und aktuellen Schülern, Eltern und Lehrern gepflegt werden. Der CSG-Freundeskreis hat inzwischen

326 Mitglieder und wird seit 2009 von Günther Menig als Vorsitzender geführt, durch den das Programm deutlich erweitert wurde.

Den Schülern kommt das mehrfach zu Gute: Zum einen durch das großzügige „Sponsoring”, das an einer öffentlichen Schule wegen Raumnot, Renovierungsbedarf damals wie heute enorm wichtig ist. Mit dem Vorsitzenden des Vereins, Siegfried Dirsch, gelang es 1985 bis 2001 eine Reihe von Projekten, insbesondere ein umfangreiches Fahrtenprogramm breit gefächert umzusetzen. So organisierte der Freundeskreis Reisen nach Rom, Moskau, Wien, in die Türkei, nach Andalusien, Sizilien und Portugal.

Zum anderen glückte ein weiteres Hauptziel: Junge Mitglieder bekamen die Möglichkeit, erfolgreichen Persönlichkeiten Fragen über ihre Wunschberufe zu stellen. Zum Beispiel gab es Vorträge des Chefarztes am Klinikum Ingolstadt, Prof. Fred Paul, sowie des berühmten Herzchirurgen Prof. Bruno Reichart, eines Bundesrichters, eines Ingenieurs, Physikers und auch des einstigen Landtagsabgeordneten Manfred Schuhmann.

Jetzt reihte sich auch Prof. Herrmann in die Liste der hochkarätigen Redner ein, deren Besuch der Freundeskreis ermöglichte. Der TU-Präsident hielt einen Vortrag zum Thema „Gymnasium und Universität: Partnerschaft für die Innovationsgesellschaft”. Sein Motto: „Innovationen sind der Motor der Gesellschaft und gute Bildung, die den Rohstoff Geist formt und fordert, ist das Öl.”