Das Sportbad wird eine Perle

Ingolstadt (DK) Knapper konnte die Entscheidung nicht sein: Mit 8:7 Stimmen hat die Jury im Architektenwettbewerb zum neuen Sportbad an der Jahnstraße das Büro „kplan“ aus Abensberg zum Sieger gekürt. Doch auch der Entwurf des Büros Dr. Krieger (Velbert) wird dem Stadtrat noch vor der Sommerpause vorgelegt.

 

Was für Gaimersheim gut ist, kann für Ingolstadt nicht schlecht sein. So ließe sich etwas spaßig das Votum des Preisgerichts aus Stadträten, Architekten und Stadtplanern zusammenfassen. Nach intensiver Diskussion hat sich die Jury gestern für jenes Abensberger Büro entschieden, das bereits das gerade wieder eröffnete Freibad „Aquamarin“ planen durfte. Dabei machte es sich die Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Ludwig Wappner, der auch den städtischen Gestaltungsbeirat anführt, alles andere als leicht. Von 9.30 bis 17 Uhr wurde über zehn Arbeiten gegrübelt, die bei dem Einladungswettbewerb zum Sportbad mit 50-Meter-Becken eingereicht worden waren.

Während acht Pläne rausfielen, blieb der Entwurf von Dr. Krieger (Velbert) hauchdünn hinter den „kplan“-Plänen zurück. Beide Arbeiten lagen so weit vor allen anderen, dass auf die Kür eines dritten Siegers verzichtet wurde. „Ein sehr knappes Votum“, sagt Wappner, der von „Nuancen“ sprach, die den Unterschied zwischen Platz eins (jetzt 48 000 Euro Prämie) und zwei (30 000) ausmachten. Zu den vielen Gemeinsamkeiten gehört, dass auf dem Areal des alten Eisstadions die Batterie 82 – die alten Umkleideräume des ERC – intensiv eingebunden wird.

Der Architektur-Professor aus München freute sich sehr über die Qualität der Pläne. „Den Anzug, den die Stadt sich leisten möchte, kann man mit beiden umsetzen.“ Aufgerufen sind brutto 17 Millionen Euro (inklusive Planung und Mehrwertsteuer) beziehungsweise zwölf Millionen Euro netto. Das sei der Deckel, mehr auf keinen Fall, versicherte Finanzbürgermeister Albert Wittmann gestern. Der Kämmerer zeigte sich angesichts der Entwürfe überzeugt: „Das Sportbad wird eine Perle!“

Auch Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle schwärmte vom Siegerentwurf: „Das ist genau die Eleganz, die wir uns an der Stelle wünschen.“ Das Bad nach dem Modell von „kplan“ ist sehr lichtdurchflutet, da es zu allen Seiten (auch zum Künettegraben) mit Fenstern geöffnet ist. „Ein Glasbau wie das alte Hallenbad Mitte“, freut sich Preßlein-Lehle. Dabei sieht der Entwurf die Schwimmfläche deutlich über der Grasnarbe des angrenzenden Scheiner-Sportplatzes – also ganz anders als der zweite Sieger. „Wir haben über Einsicht ins Bad lange diskutiert“, erklärte Wappner.

Mit den Architekten und Planern stimmte Bürgermeister Sepp Mißlbeck („Ein höherer Bau tut dem Stadtbild hier gut“) für „kplan“. Die anderen Stadträte in der Jury bevorzugten den Krieger-Entwurf – vielleicht weil er etwas flacher ist. Beide Büros haben nun sechs Wochen, um ihre Arbeiten mit ein paar Spezialwünschen der Nutzer aufzuhübschen. Noch vor der Sommerpause soll der Stadtrat gehört werden. Baubeginn dürfte Ende 2013 sein, die Eröffnung also frühestens 2014.


(Von Christian Rehberger)