„Das ist ja wie am Broadway”

Ingolstädter besuchen auch Musical in Partnerschule von Milwaukee

Ingolstadt (DK) Die Partnerschule in Milwaukee feierte Jubiläum. Und zwölf Schülerinnen und Schüler des Christoph-Scheiner-Gymnasiums feierten mit.

Zum Besuch des Musicals Urinetown, das zum 150-jährigen Bestehen der Marquette High School im riesigen Auditorium der renommierten Jesuiten-Schule aufgeführt wurde, kamen sie gerade noch rechtzeitig. „Das ist ja wie am Broadway”, sagten einige der Schüler, nachdem sie die ideenreiche Vorführung des Musicals gesehen hatten, und staunten nur, als sie am nächsten Morgen einige der wortgewaltigen Schüler wieder in der Deutsch-Stunde von Sylvester Kreilein, dem Deutsch-Lehrer der Partnerschule, trafen.

Seine Schule führt seit 1990 einen Austausch mit dem Scheiner-Gymnasium durch. Seitdem konnten fast schon 200 seiner Schüler Ingolstadt und Bayern kennen lernen, wie auch im Juli 2006, als eine Delegation eigens zur 1200-Jahr-Feier Ingolstadts eintraf.

Die Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Christoph-Scheiner-Gymnasiums, die aus Milwaukee zurückkehrte, ist immer noch überwältigt von den Eindrücken. Zwei Wochen lang erlebten sie amerikanischen Familien- und Schulalltag, wie er wirklich ist. Auf einer mehrtägigen Exkursion besuchten sie besondere Sehenswürdigkeiten des Mittleren Westens, wie etwa das Wohnhaus des berühmten Präsidenten Abraham Lincoln, das State Capitol von Illinois, wo im Februar dieses Jahres der Senator von Illinois, Barack Obama, seine Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten bekannt gegeben hatte, oder die gewaltigen Brücken über den Mississippi bei St. Louis. Höhepunkt war dennoch die Schule. Nicht nur fühlten sich die Mädchen vom Scheiner gut aufgehoben an der reinen Jungenschule, auch die Ausstattung und Arbeitsdisziplin beeindruckten.

Das Schüleraustauschprogramm wird vom Auswärtigen Amt im Rahmen des German-American Partnership Programms (GAPP) gefördert. Die verantwortlichen Organisatoren Heidi Röll und Werner Kundmüller brauchen in diesem Sommer einen Gegenbesuch nicht vorzubereiten. Die Amerikaner wollen erst wieder zum 150-jährigen Bestehen ihrer Partnerschule im Jahr 2008 nach Deutschland kommen. Wegen des niedrigen Dollarkurses, und weil viele US-Schüler sich ihr Schulgeld über dei Sommerferien selbst verdienen müssen, ist ein Gegenbesuch dieses Jahr nicht möglich.