Ausgezeichnet!

Alte Herren spendieren auch für das G8 einen Abiturpreis

Ingolstadt (sic) Jay Gatsby ist einfach „great“. Franziska Ferstl findet den Helden des Romans von Francis Scott Fitzgerald, erschienen 1925, derart großartig, dass sie ihn zum Untersuchungsgegenstand ihrer Facharbeit für das Abitur gemacht hat. Thema: „Comparison of the film ,The Great Gatsby' by Jack Clayton and the novel by Francis Scott Fitzgerald.” — ein Vergleich zwischen Film und Buch. Der gelang der Abiturientin des Reuchlin-Gymnasiums so gut, dass sie mit dem Facharbeitspreis der Ingolstädter Altherrenvereinigung geehrt wurde.

Die Stifter mussten heuer wegen des doppelten Abiturs zwei Mal in die Spendierhose greifen, sie taten es aber gerne, wie ihr Präsident Uwe Handke gestern bei der Verleihung der Auszeichnungen in der Alten Anatomie betonte. 13 Arbeiten hatten Ingolstädter Abiturienten in der GO-Runde des Wettbewerbs eingereicht. „Wir mussten wieder feststellen, wie schwer es ist, völlig artfremde Beiträge miteinander zu vergleichen“, sagte Handke. „Zum Glück haben wir starke Persönlichkeiten, die in der Lage sind, die Besten herauszusuchen.“ Damit meinte er die Jurymitglieder Prof. Christa Habrich, Peter Schnell und den Ingenieur Walter Zander.

In ihrer Laudatio auf Franziska Ferstl würdigte Habrich „die klare Argumentation der Arbeit und ihren schnörkellosen Stil“. Das sieht die Englischlehrerin und Reuchlin-Direktorin Edith Philipp-Rasch, die stolz neben der ehemaligen Schülerin stand, genauso. „An ,The Great Gatsby' fasziniert mich auch die Zeit der zwanziger Jahre — eine Ära des Umschwungs“, erzählte die Abiturientin. „Und der Held ist einfach sehr sympathisch, wie er so in die Welt der Neureichen hineingeworfen wird.“

Allerdings muss sie sich das Preisgeld mit einem Absolventen des Scheiner-Gymnasiums teilen, denn die Altherrenvereinigung hat zwei Auszeichnungen verliehen. Christian Fuchs widmet sich in seiner Arbeit mit dein Titel „Der Data Encryption Standard" der Kunst des Chiffrierens und Dechiffrierens im Digitalzeitalter. Er forscht nach Lücken in Verschlüsselungssystemen und schildert den Wettlauf „zwischen Verfolgern und Verfolgten“, wie es der Laudator ausdrückte. „So lange es geheime Daten gibt“, erklärte der Abiturient später, „wird es auch dieses Wettrennen geben.“

Christian Fuchs wurde gestern ebenfalls von stolzen Lehrern begleitet: Scheiner-Direktor Peter Bergmann und Gerhard März, Betreuer der 15-PunkteFacharbeit. Sie lobten, dass sich der Autor bei der Algorithmen-Analyse „weit über das Geforderte hinaus engagiert hat“.

Die anderen Arbeiten, für die es Urkunden gab, können sich gleichwohl sehen lassen. ,,Das ist auch eine Auszeichnung für unsere Gymnasien“, betonte Peter Schnell. „Denn es ist großartig, was hier geleistet wird!"